Vom Ausmisten und anderen Illusionen

Mein Kleiderschrank ist voll.
Voll mit Dingen,
die ich nicht trage und die mir nicht mehr dienen.
Und während ich ihn so betrachte, merke ich, dass er mehr ist
als nur ein Schrank.
Wenn ich mit Illusionen aufräume, fühlt es sich ähnlich an.
Dieses In-die-Hand-Nehmen und Spüren:
Hat das hier noch Platz in meinem Leben?
Brauche ich das wirklich noch?

Illusionen entstehen oft leise
aus dem Wunsch nach Verbundenheit,
Sicherheit und Nähe.
Manchmal erkenne ich erst im Rückblick, wie ich mir Dinge schönrede
und alte Muster weiterwirken.
Mit ihnen aufzuräumen ist ein Prozess.
Er kann schmerzhaft sein —
im Kopf und im Körper.
Der erste Schritt ist nicht
alles zu verstehen, sondern dazubleiben, hinzuhören
und mir selbst mit Respekt zu begegnen.
Ich beginne mir selbst zu vergeben nicht als Entschuldigung,
sondern als Entscheidung,
heute anders
mit mir umzugehen.
Grenzen setzen fühlt sich zunehmend wie Selbstfürsorge an
Nicht mehr alles auszuhalten,
Nicht mehr still zu bleiben.
Meine Gefühle wahrzunehmen, statt sie herunterzuschlucken.

Mein Kleiderschrank ist jetzt übersichtlicher.
Ich sehe, was da ist.
Erkenne, was gehen darf.
Heute bin ich dankbar für jedes Teil, jedes Betrachten und jede
Erkenntnis.
Und ich bleibe in Bewegung.
Im Schrank.
Und in mir…
Eigentümer - Bilder und Text: Claudia Kaleita Moments









